In der richtigen Reihenfolge gucken du musst

Eine wissenschaftliche Handlungsempfehlung von Claus Hock

 

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ Mit diesen Worten begann der „Krieg der Sterne“ 1978 die deutschen Kinos zu erobern. Bereits 1977 versetzte „Star Wars“ – damals noch ohne den Zusatz „Episode IV – A New Hope“ (Eine neue Hoffnung) das US-amerikanische Publikum in wahre Begeisterungsstürme. An diesem Donnerstag kommt mit „Star Wars: Die letzten Jedi“ der neueste Sternenkrieg in die Kinos und damit die achte Episode der Hauptgeschichte.

Die Grundidee der Filme ist schnell erzählt: Gut (die Rebellen und die Jedi) kämpft gegen Böse (das Imperium und die Sith). Jedis und Sith können beide „die Macht“ benutzen, nur folgen die einen der guten und die anderen der dunklen Seite dieser Macht. Die spannende Frage ist: In welcher Reihenfolge schaut man die Reihe, die ja mittendrin begann, am besten?

Variante 1: IV, V, VI, I, II, III, VII, VIII

Natürlich kann man „Star Wars“ einfach in der Reihenfolge gucken, in der die Filme erschienen sind. Das bedeutet zunächst die ursprüngliche Trilogie: „Episode IV – eine neue Hoffnung“ (1977), „Episode V – Das Imperium schlägt zurück“ (1980) und Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983), gefolgt von den Prequels „Episode I – Die dunkle Bedrohung“ (1999), „Episode II – Angriff der Klonkrieger“ (2002) und „Episode III – Die Rache der Sith“ (2005). Nun kann man sich den Fortsetzungen widmen. Diese tragen eigentlich nicht mehr den Zusatz „Episode“ im Titel, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit nummeriere ich trotzdem durch. Geht auch schnell, denn es bleibt nur noch „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (2015, Episode VII), denn Episode VIII läuft jetzt erst an: „Star Wars. Die letzten Jedi“ (2017).

Ist diese Reihenfolge empfehlenswert? Bedingt, denn am Ende von Episode VI gibt es eine Szene, die für Verwirrung sorgt: Die „Jedi-Meister“, die Protagonist Luke Skywalker in der Originaltrilogie auf seinem Weg begleiten, erscheinen als „Geister“. Ohne zu viel verraten zu wollen: In der ursprünglichen Fassung erschließt sich diese Szene dem Zuschauer. Diese wurde allerdings nach Erscheinen der Prequels geändert und erschließt sich jetzt nur noch, wenn man eine andere Reihenfolge wählt.

Variante 2: I bis VIII

George Lucas, der die „Star Wars“-Reihe erschaffen hat und für die Umsetzung sogar eine eigene Firma für Spezialeffekte (Industrial Light & Magic) gründete, schlägt vor: „Fangen sie mit Episode I an.“ Ergibt durchaus Sinn, allerdings verdirbt man sich damit die große Enthüllung, die ungefähr Höhe Minute 110 in Episode V stattfindet und zu einem der bekanntesten Sätze der Popkultur wurde. Selten sorgten Familienverhältnisse für so ein Erschrecken.

Variante 3: IV, V, (I), II, III, VI, VII, VIII

Unter Fans sind vor allem zwei Reihenfolgen besonders beliebt, benannt nach ihren „Erfindern“: Ernst Rister und Rob Hilton, der den Blog „Absolutely No Machete Juggling“ betreibt. Die Reihenfolge ist bei beiden an sich gleich: Episode IV, V, I, II, III, VI, VII, VIII, … In der Machete-Reihenfolge fehlt Episode I, da diese, so Rob Hilton, für das Verständnis der „Star Wars“-Saga absolut nichts bringt. Zudem spare man sich den Charakter Jar Jar Binks und den schlechtesten Teil der Saga. Der Vorteil der Rister/Machete-Reihenfolge ist, dass die Prequels I-III als Rückblenden gesehen werden und man sich die große Enthüllung in Episode V nicht verdirbt. Es verlangt vom Zuschauer zwar etwas mehr Aufmerksamkeit, da die Erzählung etwas konfus wird, aber es funktioniert erstaunlich gut.

 

Bild: imago

Björn

Björn

Serienaficionado, Gamefanatic, Musiknerd und bekennendes Web 2.0-Opfer mit einer besonderen Vorliebe für jedweden Schwachsinn, den das Netz zu bieten hat.
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